»Es ist niemals in Frankreich passiert. Vielleicht lässt man zu Hause den ganzen Tag die Klimaanlage laufen, aber niemals beim Konzert…«, hat sie mir gesagt. Ich konnte nur nicken und zuhören, und dann habe ich mich bei ihr mehrmals entschuldigt. Danach hat sie weiter gespielt. Der kalte Wind von der Klimaanlage hat ihr Notenbuch noch geblasen. Alle paar Minuten musste sie selbst die gewehte Seite zurück blättern. Ich habe sie noch einmal gefragt, ob sie jemanden braucht, ihre Noten umzublättern. Aber sie hat nein gesagt. Vielleicht durfte keiner ihre Notenblätter anfassen. Sie war sehr ungeduldig und wollte überhaupt keine Hilfe von uns. Es war mir peinlich. Dann habe ich sie alleine auf der Bühne spielen lassen. Wegen dieser unfreundlichen Pianistin waren alle meine Mitarbeiter auch sehr sauer. “Diese freundlich aussehende alte Frau ist echt anspruchsvoll und pingelig”, hat unsere Chefsekretärin gesagt.
Da waren im Konzert leider so wenige Zuschauer. Die Meisten von ihnen waren die Menschen von der Uni. Ich hoffe, dass Frau Tillard und Herr Deveau darüber nicht zu enttäuscht waren.
Im Konzert habe ich mich meistens hinter dem Vorhang versteckt. Nachdem jedes Stück fertig gespielt wurde, wurde der Klaviersessel weggenommen und durch einen anderen ersetzt, weil sich der Pianist an seine persönliche Sitzhöhe gewöhnt haben. Darum musste ich mich auch kümmern.
Das ganze Konzert war noch in Ordnung. Nur ist es etwas Komisches passiert. Als Frau Tillard am Klavier begleitet hat, ist plötzlich ein störender Lärm von ganz oben auf der rechten Seitenbühne gekommen. Jemand hat dort den Wagen geschoben. Auf dem Stahlboden hat es laut geklungen. Der Lärm hat sekundenlang gedauert. Gott sei Dank hat sie trotz des Lärms nicht aufgehört zu spielen.
Nach dem Konzert hat sich Frau Tillard aber nichts beschwert. Aber ich glaube, dass sie sich darüber sehr ärgern musste, weil sie besonders während des Spielens den Lärm kaum ertragen konnte. Aber wer hat denn oben den Lärm gemacht? Das weiß bis jetzt noch niemand.
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