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Über meinen Vorfahren

Über meinen Vorfahren, dem ich meinen Nachnamen schuldig bin, weiß ich leider nicht viel. Mein Großvater, der selbst ihn niemals gesehen hatte, erzählte mir, er sei Pole gewesen.

Er sei in einer bäuerlichen Familie erwachsen, die neben Warszawa gewohnt habe. Als er ein junger Mann gewesen sei, habe er in der russischen Armee gehen und 25 Jahren lang in Russland als Soldat dienen müssen, weil Polen damals ein Teil Russlands sei. Nachdem er endlich vom Dienst frei gewesen sei, sei er in Russland geblieben. Er habe keine Lust gehabt, Heim zurückzukehren, weil er seit langen Jahren seinem Verwandten fremd gewesen sei.

Dass sein Sohn, mein Großvaters Vater, 1883 geboren wurde, ist ganz bestimmt gewusst. Es ist auch gewusst, dass sein Sohn als Junge in die Lehre gehen und in einer fremden Familie, bei seinem Lehrer, wohnen musste. Er wurde ein guter Kunsttischler und lehrte meinem Großvater etwas von diesem Handwerk.

Hier gibt es doch ein Rätsel. Bei dieser Zeit wurde die Dienstzeit in der russischen Armee allmählich kürzer und reichte 1874 nur fünf Jahre im Felde und danach sieben Jahre in der Reserve. Hätte er gegen Türken gekämpft, und das scheint unabwendbar zu sein, hätte seine Dienstzeit verkürzt werden können. Ich weiß leider zu wenig über diese Zeiten, aber meine Forschung ist noch nicht beendet.

Alles spricht aber dafür, dass er zur Zeit seiner Heirat schon nicht sehr jung war. Er fand eine Stelle beim Hof des Grafs Scheremetiew neben (das russische neben ist dieses Mal circa 100 Kilometer) die Stadt Pensa. Als Frau wählte er eine Witwe aus. Ihre Verwandte legten ihm eine Bedingung auf: Er sollte seither ein Orthodox werden. Dazu hatte die Frau schon eine Tochter.

Vielleicht war er selbst alt, arm oder hässlich und konnte nicht viel fordern. Vielleicht war sie so jung und herrlich, dass er nicht nur ihre Tochter, aber auch ihre Religion gern akzeptierte. Auf jeden Fall liebte er den Papst offensichtlich weniger als diese Frau. Keine Überraschung: Sie war eine Russin... Sie alle sind Hexen.

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    Über meinen Vorfahren

    Über meinen Vorfahren, dem ich meinen Nachnamen schuldig bin (/meinen Nachnamen/Familiennamen verdanke), weiß ich leider nicht viel. Mein Großvater, der selbst ihn (/der ihn selbst) niemals gesehen hatte, erzählte mir, er sei Pole gewesen.

    Er sei in einer bäuerlichen Familie erwachsen aufgewachsen, die neben in der Nähe von Warszawa gewohnt habe. Als er ein junger Mann gewesen sei, habe er in die der russischen Armee gehen und 25 Jahren lang in Russland als Soldat dienen müssen, weil Polen damals ein Teil Russlands gewesen sei. Nachdem er endlich vom Dienst frei gewesen sei, sei er in Russland geblieben. Er habe keine Lust gehabt, in sein Heim (/nach Hause) zurückzukehren, weil er seit (/nach) langen Jahren seinen Verwandten fremd gewesen sei.

    Dass sein Sohn, meines Großvaters Vater, 1883 geboren wurde, ist (/sei) ganz sicher (bekannt) (/habe er ganz bestimmt gewusst). Es ist (/sei) auch bekannt gewusst, dass sein Sohn als Junge in die Lehre gehen und in einer fremden Familie, bei seinem Lehrer, wohnen musste. Er wurde ein guter Kunsttischler und lehrte meinen Großvater etwas von diesem Handwerk.

    Hier gibt es doch ein Rätsel. Bei In (/Zu /Während) dieser Zeit wurde die Dienstzeit in der russischen Armee allmählich kürzer und reichte 1874 nur bis fünf Jahre im Felde und danach sieben Jahre in der Reserve. Hätte er gegen (die) Türken gekämpft, und das scheint unabwendbar gewesen zu sein, hätte seine Dienstzeit verkürzt werden können. Ich weiß leider zu wenig über diese Zeiten, aber meine Forschung ist noch nicht beendet.

    Alles spricht aber dafür, dass er zur Zeit seiner Heirat schon nicht mehr (sehr) jung war. Er fand eine Stelle beim (/am) Hof des Grafen Scheremetiew bei neben (das russische neben "bei" ist (/sind) dieses Mal circa 100 Kilometer) die der Stadt Pensa. Als Frau wählte er eine Witwe aus. Ihre Verwandten legten ihm eine Bedingung auf: Er sollte seither (/damit /gleichzeitig /damals /bei diesem Anlass) ein Orthodoxer (Christ) werden. Dazu hatte die Frau schon eine Tochter.

    Vielleicht war er selbst alt, arm oder hässlich und konnte nicht viel fordern. Vielleicht war sie so jung und herrlich, dass er nicht nur ihre Tochter, aber sondern auch ihre Religion gern akzeptierte. Auf jeden Fall liebte er den Papst offensichtlich weniger als diese Frau. Keine Überraschung: Sie war eine Russin... Sie alle sind Hexen.

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