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Die neue Nachbarin, das Messer und Gott in der Küche (Teil 1)

 

In meinem Studentenwohnheim, oder nur in meiner Etage, umziehen die Leute irgendwie sehr oft, deswegen habe ich ziemlich viele Möglichkeiten neue Leute zu treffen. Ich habe bemerkt ein Mädchen, das vor kurzem hierher eingezogen ist, und gestern haben wir zum ersten Mal gesprochen. Sie hat das Geschirr gespült und ich wollte ganz schnell ein bisschen Wasser in meinen Topf eingießen und nachdem hat sie das bemerkt, hat sie mich gelassen das zu machen. Und dann hat sie ein Gespräch mit mir angefangen und natürlich hat sie gefragt, woher ich komme usw.: Das ist eine sehr typische Situation, weil alle Leute wissen wollen, woher andere Leute kommen.
Nach drei oder vier ähnlichen Fragen hat sie etwas Unerwartetes gefragt und es war, ob ich an Gott glaube und ich habe geantwortet „nein“. Sie wurde überrascht und gleichzeitig verwirrt, als ob es unmöglich an Gott nicht glauben wäre. Dann hat sie gefragt, warum es so ist usw. und ich habe meine Einstellung zur Religion und zu allen ähnlichen Sachen erläutert.
Am Anfang war ich irgendwie sehr lebendig und beim Sprechen habe ich viel gestikuliert und ich habe nicht bemerkt, oder um genauer zu sein – sie hat das bemerkt, dass ich mein Messer zufällig in einer Hand gehalten habe. Es musste ganz komisch aussehen: Das Mädchen hat mich friedlich über die Religion gefragt und sofort habe ich das besonders ruhig und ungefährlich, mit der Bewegung des Messers in meiner Hand, geantwortet.
Ich habe mich ganz viel ihr geöffnet und ich weiß, dass diese meine Eigenschaft sehr schlecht ist: Ich kann sehr viel zum ersten Mal, wenn ich mit neuer Person spreche, sagen. Früher habe ich so absichtlich gemacht, weil ich damals fand, dass es eine sehr nützliche Gelegenheit sich von Gedanken zu befreien ist und dafür andere fremden Leute, sozusagen, zu benutzen: Du kannst ganz kurz aber ganz viel dich öffnen, du kannst gehört werden und danach kannst du dich einfach verschwinden lassen. Es ist irgendwas wie ein kleines Geständnis, aber ohne Priester, ohne Kirche, ohne Religion.
Aber von dieser Zeit habe ich mich ein bisschen geändert und jetzt finde ich ähnliche Erfahrungen sehr anstrengend, weil man dadurch viel Energie erschöpft und nimmt nichts zurück.

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    Die neue Nachbarin, das Messer und Gott in der Küche (Teil 1)

    In meinem Studentenwohnheim, oder genauer nur in meiner Etage, umziehen die Leute irgendwie sehr oft um, deswegen habe ich ziemlich viele Möglichkeiten, neue Leute zu treffen. Ich habe bemerkt ein Mädchen bemerkt, das vor kurzem hierher eingezogen [aber: hierher gezogen = in diese Stadt] ist, und gestern haben wir zum ersten Mal miteinander gesprochen. Sie hat das Geschirr gespült und ich wollte ganz schnell ein bisschen Wasser in meinen Topf eingießen, und nachdem hat sie das bemerkt hat [Nebensatz mit "nachdem"], hat sie es mich machen gelassen das zu machen. Und dann hat sie ein Gespräch mit mir angefangen und natürlich hat sie gefragt, woher ich komme usw.: Das ist eine sehr typische Situation, weil alle Leute wissen wollen, woher andere Leute kommen. [Man muss halt über irgendetwas reden...]
    Nach drei oder vier ähnlichen Fragen hat sie etwas Unerwartetes gefragt, und es das war, ob ich an Gott glaube, und ich habe geantwortet „nein“ [/und ich habe „nein” geantwortet]. Sie wurde war überrascht und gleichzeitig verwirrt, als ob es unmöglich wäre, nicht an Gott nicht zu glauben wäre. Dann hat sie gefragt, warum es so ist sei [indirekte Rede] usw. und ich habe meine Einstellung zur Religion und zu allen ähnlichen Sachen [/zu ähnlichen Dingen] erläutert.
    Am Anfang war ich [irgendwie] sehr lebendig und beim Sprechen habe ich viel gestikuliert und ich habe nicht bemerkt, oder um genauer zu sein, sie hat das [der Nebensatz ersetzt das Objekt] bemerkt, dass ich mein Messer zufällig in einer Hand gehalten habe. Es musste ganz komisch ausgesehen haben [abgeschlossene Handlung]: Das Mädchen hat mich friedlich über die Religion gefragt und sofort habe ich das besonders ruhig und ungefährlich, mit der Bewegung des Messers in meiner Hand [/während ich mit dem Messer in der Hand herumfuchtelte], geantwortet.
    Ich habe mich ganz viel ihr sehr stark geöffnet [/Ich war ihr gegenüber sehr offen] und ich weiß, dass diese meine Eigenschaft sehr schlecht ist [/dass das eine schlechte Eigenschaft von mir ist]: Ich kann sehr viel zum beim ersten Mal, wenn ich mit neuer Person spreche, sehr viel sagen. Früher habe ich so das/es absichtlich gemacht, weil ich damals fand, dass es eine sehr nützliche Gelegenheit sich von Gedanken zu befreien ist sei [indirekte Rede] und man dafür andere fremden Leute, sozusagen, zu benutzten: Du kannst dich [/Man kann sich] ganz kurz aber ganz stark viel dich öffnen, du kannst gehört werden [/einem wird zugehört] und danach kannst du [/kann man] dich einfach verschwinden lassen [was bei neuen Nachbarn im Wohnheim nicht so gut geht :-)]. Es ist irgendwas so wie ein kleines Geständnis, aber ohne Priester, ohne Kirche, ohne Religion.
    Aber von seit dieser Zeit habe ich mich ein bisschen geändert und jetzt finde ich ähnliche Erfahrungen so etwas sehr anstrengend, weil man dadurchbei viel Energie erschöpft verbraucht und nimmt nichts zurückbekommt.

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