Site Feedback

Nimm und merk es dir!

Meine Mutter hat ein auffallendes Gedächtnis. Sie selbst sagt aber, sie sei im Vergleich mit ihrer Oma sehr vergesslich. Ist es deswegen, weil meine Urgroßmutter nicht schreiben konnte und alles – Geburtstage ihrer Verwandten, wichtige Ereignisse, interessante Erzählungen - im Gedächtnis halten musste? Vielleicht. Aber auch als eine alte Frau konnte sie sich zum Beispiel daran erinnern, wie viel ein Kleid kostete, welches sich meine Mutter drei Jahren früher gekauft hatte.

Mein Gedächtnis ist im Gegenteil ein Loch: werfe ich etwas darin, kann ich später darauf nichts herausangeln. Zumindest besiegt mich Mama jedes Mal, wenn wir „Nimm merk es dir!“ spielen.

Das Spiel fängt immer am Tisch an, wenn man ein Hähnchen zu Vergnügen und Verfügung hat. Um das Spiel zu beginnen, müssen zwei Menschen einen bestimmten Knochen zu brechen. Seitdem müssen sich die Beiden auf etwas erinnern, nämlich, dass man nichts von dem anderen in den Händen nehmen kann, ohne „Ich erinnere!“ zu sagen. Vergisst man die Worte, hat der Zweite Recht, „Nimm und merk es dir!“ zu sagen und dadurch zu gewinnen.

Manchmal läuft das Spiel einige Stunden oder Tage lang, manchmal endet es sich schnell, wie es immer geschah, als ich ein Kind war: Oft gab mir Mama einfach ihre Hälfte des Knochens, ich nahm sie gern und verlor in diesem Augenblick. Trotzdem hatte ich immer Lust darauf, wieder und wieder zu spielen.

Ich versuchte Strategie und Taktik aller Arten. Ich probierte sie viele Sachen gerade nacheinander zu geben. Ich saß in Lauer und wartete darauf, dass Mama das Spiel vergisst. Das hilft nicht. Wir beide konnten es vergessen und einander einige Stunden lang verschiedene Sachen in Händen übergeben, aber dann erinnerte eine von uns an das Spiel – und die war immer meine Mutter!

Share:

 

0 comments

    Please enter between 0 and 2000 characters.

     

    Corrections

    Nimm und merk es dir!

    Meine Mutter hat ein auffallendes gutes Gedächtnis. Sie selbst sagt aber [/Sie selbst aber sagt, aus rhythmischen Gründen. "Aber" ist eine Ausnahme und darf überall stehen und auch das folgende Wort modifizieren], sie sei im Vergleich mit zu ihrer Oma sehr vergesslich. Ist es deswegen [/Liegt das daran], weil meine Urgroßmutter nicht schreiben konnte und daher alles – Geburtstage ihrer Verwandten, wichtige Ereignisse, interessante Erzählungen [/Geschichten] - im Gedächtnis behalten musste? Vielleicht. Aber auch als eine alte Frau konnte sie sich zum Beispiel daran erinnern, wie viel ein Kleid kostete, welches [/das] sich meine Mutter drei Jahren früher [/zuvor] gekauft hatte.

    Mein Gedächtnis ist im Gegenteil [/dagegen] ein Loch: werfe ich etwas darin hinein [Richtung], kann ich später darauf nichts mehr daraus herausvorangeln ["herausangeln" geht, aber durch das Paar hinein/hinaus bzw. daraus ist "aus" schon besetzt]. Zumindest besiegt mich Mama jedes Mal, wenn wir „Nimm und merk es dir!“ spielen.

    Das Spiel fängt immer am bei Tisch [= beim Essen] an, wenn man ein Hähnchen zum Vergnügen und zur Verfügung hat [/wenn man sich mit Hähnchenresten vergnügen kann]. Um das Spiel zu beginnen, müssen zwei Menschen einen bestimmten Knochen zu brechen [/Das Spiel beginnt, indem zwei ...]. Seitdem Ab dann müssen sich die Beiden auf an etwas erinnern, nämlich, dass man nichts von dem anderen in den Händen die Hand [Richtung, Akkusativ; als Ausdruck "etwas in die Hand nehmen" fast immer Singular] nehmen kann [/darf], ohne „Ich erinnere mich!“ zu sagen. Vergisst man die Worte, hat der Zweite das Recht [ein bestimmtes, es wird hinterher beschrieben], „Nimm und merk es dir!“ zu sagen und dadurch zu gewinnen.

    Manchmal läuft das Spiel einige Stunden oder Tage lang, manchmal endet es sich schnell, wie es immer geschah, als ich ein Kind war: Oft gab mir Mama einfach ihre Hälfte des Knochens, ich nahm sie gern und verlor in diesem Augenblick. Trotzdem hatte ich immer Lust darauf, wieder und wieder zu spielen.

    Ich versuchte Strategie und Taktik aller Arten [/alle Arten von Strategie ...]. Ich probierte, sie ihr viele Sachen gerade direkt nacheinander zu geben. Ich saß [/war] in auf der Lauer [fester Ausdruck, aber: in Lauerstellung usw.] und wartete darauf, dass Mama das Spiel vergisst. Das hilft half nicht. Wir beide konnten es vergessen und einander einige Stunden lang verschiedene Sachen in die Händen übergeben, aber dann erinnerte sich eine von uns an das Spiel – und die es war immer meine Mutter!

    Write a correction

    Please enter between 25 and 8000 characters.

     

    More notebook entries written in German

    Show More