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Pläne, Pläne…

Gestern erinnerte ich mich daran, wie ich kurz nach dem Neujahr über mein Deutschstudium nachgedacht und Pläne für die Zukunft ausgedacht hatte. Zu dieser Zeit begriff ich plötzlich, dass ich sehr viel Zeit beim Deutschlernen verbringe. Meine Erfolge waren dagegen sehr bescheiden. Seit ungefähr anderthalb Jahren lernte ich Deutsch, aber konnte kaum schreiben und noch weniger sprechen.

Meine armen Ohren, wie oft sie dieselben Hörbücher anhören mussten! „Ich fang meine Reise nach Russland…“, begann der Vorleser und das Echo in meinem Kopf ergänzte gehorsam, „…von Haus ab mitten im Winter an, weil…“ Die gewissen Gebrüder waren vor langem meine besten Freunde geworden. Stunden lang, immer dasselbe, bis ich fast jedes einzige Wörtchen erkannte – also unendlich…

Mein Kopf war mit den Regeln überfüllt, welche ich wundervollweise glatt vergaß, als ich, voller Hoffnungen, versuchte, die einfachste Idee auszusprechen. Die deutschen Wörter benahmen sich nicht besser. Als ich sie lernte und wiederholte, waren sie immer anwesend; brauchte ich eins in einem Gespräch, kannte ich keins fangen. Verräterisch verschwanden sie alle, um bei der nächsten Wiederholung wieder vorhanden zu sein.

Kurz und gut, der abwesende Erfolg war meine Anstrengungen nicht wert und ich dachte oft, ich sollte meine nutzlosen Unterfangen aufgeben. Hätte ich nur meine eigene Zeit gestohlen, wäre es nicht so schlimm gewesen; es gab aber einige Leute, die mir halfen, und es war wider mein Gewissen, auch sie zu bestehlen. Und doch, und doch… Aufzuhören war auch nicht mehr möglich. Ganz dumm: Wie kann man auf diese Weise überhaupt lernen? Ohne Ziel, ohne Lehrer, ohne Plan… Ohne Plan?

Auf Papier schien alles großartig zu sein. Was fehlte mir? Das Sprachpraxis, also sollte ich einfach meine Zeit ein wenig besser organisieren, um Zeit für schriftliche und mündliche Übungen zu haben. Drei kurze Texten per Woche wären vielleicht genug, ein Gespräch an jedem Wochenende wäre mehr als genug, weil ich normalerweise meide zu sprechen. Mit Büchern und Hörbüchern könnte ich mich an den anderen Wochentagen unterhalten. Ich könnte täglich neue Wörter und Redewendungen lernen. Ein gutes Plan, nicht wahr?

Schade, dass es bisher nur ein Plan bleibt…

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    Pläne, Pläne…

    Gestern erinnerte ich mich daran erinnert, wie ich kurz nach dem Neujahr über mein Deutschstudium nachgedacht und Pläne für die Zukunft ausgedacht hatte. Zu dieser Zeit begriff ich plötzlich, dass ich sehr viel Zeit beim Deutschlernen verbringe. Meine Erfolge waren dagegen sehr bescheiden. Seit ungefähr anderthalb Jahren lernte ich Deutsch, aber konnte kaum schreiben und noch weniger sprechen.

    Meine armen Ohren, wie oft sie dieselben Hörbücher anhören mussten! „Ich fang meine Reise nach Russland…“, begann der Vorleser und das Echo in meinem Kopf ergänzte gehorsam, „…von Haus ab mitten im Winter an, weil…“ Die gewissen Gebrüder waren vor langem meine besten Freunde geworden. Stunden lang, immer dasselbe, bis ich fast jedes einzige Wörtchen erkannte – also unendlich…

    Mein Kopf war mit (den) Regeln überfüllt, welche ich wundervollerweise glatt vergaß, als ich, voller Hoffnungen, versuchte, die einfachste Idee auszusprechen (/auszudrücken). Die deutschen Wörter benahmen sich nicht besser. Als ich sie lernte und wiederholte, waren sie immer anwesend; brauchte ich eins in einem Gespräch, konnte ich keins fangen. Verräterisch verschwanden sie alle, um bei der nächsten Wiederholung wieder vorhanden zu sein.

    Kurz und gut, der abwesende (/ausbleibende) Erfolg war meine Anstrengungen nicht wert und ich dachte oft, ich sollte meine nutzloses Unterfangen aufgeben. Hätte ich nur meine eigene Zeit gestohlen, wäre es nicht so schlimm gewesen; es gab aber einige Leute, die mir halfen, und es war wider mein Gewissen, auch sie zu bestehlen. Und doch, und doch… Aufzuhören war auch nicht mehr möglich. Ganz dumm: Wie kann man auf diese Weise überhaupt lernen? Ohne Ziel, ohne Lehrer, ohne Plan… Ohne Plan?

    Auf Papier schien alles großartig zu sein. Was fehlte mir? Das Die Sprachpraxis, also sollte ich einfach meine Zeit ein wenig besser organisieren, um Zeit für schriftliche und mündliche Übungen zu haben. Drei kurze Texten per (/pro /je) Woche wären vielleicht genug, ein Gespräch an jedem Wochenende wäre mehr als genug, weil ich normalerweise (ver)meide zu sprechen. Mit Büchern und Hörbüchern könnte ich mich an den anderen Wochentagen unterhalten. Ich könnte täglich neue Wörter und Redewendungen lernen. Ein guter Plan, nicht wahr?

    Schade, dass es bisher nur ein Plan bleibt…

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