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Ein Sohn eines Bankers

Am Wochenende besuchten wir unsere Freunde und beim Besuch hörte ich eine kurze Geschichte, die mir gleichzeitig amüsant und traurig erschien. Die Geschichte wurde uns von einer Freundin meiner Mutter erzählt, die im Sommer mit ihren Enkeln in die Ukraine gereist war. Dort, in einem kleinen Dorf, wohnt ihre Mutter, eine schon sehr bejahrte Dame.

Eines Abends setzen sich die Dame und der ältere Junge, um Walnüsse zu knacken. Bei uns gedeihen keine, deswegen wollte die Alte ihrem Nachwuchs eine Menge davon schenken. Um nicht die nutzlosen Schale durch die zwei Staate zu fahren, entschied sie, die Nüsse zu knacken. Die nackten Nüsse, dachte sie richtig, seien nicht so schwer.

Die ersten fünf Minuten lang lief die Arbeit glatt und schnell: der Zehnjährige knackte die Nüsse mithilfe des Hammers, seine Urgroßmutter stocherte die Kerne aus. Dann wurde er nachdenklich und fragte, wie viel er bezahlt werde. Sie erklärte, diese Nüsse seien für ihn, sein Brüderchen und seine Mama. Das half nicht. Dann sagte sie, in diesem Fall sollte sie erst die Nüsse verkaufen, um ihn zu bezahlen. Vergeblich. Mit „Ohne Geld, ohne mich“ sprang der Sohn eines Bankers auf und verschwand aus den Augen.

Lächerlich. Aber ist das etwas, auf das man so stolz sein sollte, wie Mamas Freundin war?

Wäre es mit meiner Mutter passiert, würde der Junge sehr schnell wieder gesund. Um ihn Familie von Kommerz unterscheiden zu lernen, würde er beim Tisch gefragt, ob er plane, seine Mutter zu bezahlen. Hälfe es nicht, fände er am nächsten Morgen keine Hose und kein Hemd und würde gefragt, wie viel seine Mutter für Waschen und Bügeln bekommen werde.

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    Ein Der [ein bestimmter, nämlich der eines Bankers] Sohn eines Bankers

    Am Wochenende besuchten wir unsere Freunde und beim Besuch hörte ich eine kurze Geschichte, die mir gleichzeitig amüsant und traurig erschien. Die Geschichte wurde uns von einer Freundin meiner Mutter erzählt, die im Sommer mit ihren Enkeln in die Ukraine gereist war. Dort, in einem kleinen Dorf, wohnt ihre Mutter, eine schon sehr bejahrte Dame.

    Eines Abends setzen sich die Dame und der ältere Junge hin, um Walnüsse zu knacken. Bei uns gedeihen [literarisch, modern: wachsen] keine, deswegen wollte die Alte [in modernem Deutsch unhöflich, in Märchen usw. dagegen nicht unüblich. "Die Dame" und "die Alte" zusammen ist ein Stilbruch. /wollte sie] ihrem Nachwuchs eine Menge davon schenken. Um nicht die nutzlosen Schalen durch die zwei Staaten [/durch zwei Länder. "Staaten" eher politisch] zu fahren [/fahren zu müssen], entschied sie, die Nüsse vorher zu knacken. Die nackten [ausgefallene Beschreibung] Nüsse, dachte sie richtig, seien nicht so schwer.

    Die ersten fünf Minuten lang lief die Arbeit glatt und schnell [Idiomging die Arbeit gut von der Hand]: der Zehnjährige knackte die Nüsse mithilfe des Hammers, seine Urgroßmutter stocherte die Kerne heraus [etwas ausstochern = den mittleren Teil usw. entfernen und fortwerfen]. Dann wurde er nachdenklich und fragte, wie viel er bezahlt werde. Sie erklärte, diese Nüsse seien für ihn, sein Brüderchen und seine Mama. Das half nicht. Dann sagte sie, in diesem Fall sollten sie [= Plural ohne genauen Bezug] erst die Nüsse verkaufen, um ihn zu bezahlen. Vergeblich. Mit einemohne Geld, ohne mich“ sprang der Sohn eines Bankers auf und verschwand aus den ihren Augen [/und verschwand von der Bildfläche oder so, da die Perspektive der Urgroßmutter eigentlich nicht herausgestellt wird].

    Lächerlich. Aber ist das etwas, auf das man so stolz sein sollte, wie es Mamas Freundin war?

    Wäre es mit meiner Mutter passiert, würde der Junge sehr schnell wieder gesund [/vernünftig] werden. Um ihn Familie von Kommerz zu unterscheiden zu lernhren [/Um ihn zu lehren, Familie von Kommerz zu unterscheiden, ...], würde er beim [fester Ausdruck] Tisch gefragt, ob er denn plane, seine Mutter zu bezahlen. Hälfe es nicht [/Würde das nicht helfen; Ersatzform, da hälfe/hülfe für moderne Ohren etwas seltsam klingt], fände er am nächsten Morgen keine Hose und kein Hemd und würde gefragt, wie viel seine Mutter für das Waschen und Bügeln bekommen werde.

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