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Als Staatsoberhaupt steht der Bundespräsident zwar über der Bundeskanzlerin. Sein politischer Einfluss ist aber gering. Er hat vorwiegend repräsentative Aufgaben zu erfüllen, also Deutschland zu vertreten, auch gerade im Ausland. Andere Länder haben einen König, wir einen Bundespräsidenten. Die Politik hingegen wird von der deutschen Bundesregierung und dem Bundestag gemacht. Der Bundespräsident muss allerdings Gesetze, die für das ganze Land gelten (Bundesgesetze) unterzeichnen, damit sie in Kraft treten können. Er kann sie vor der Unterzeichnung juristisch überprüfen lassen.
Die politisch schwache Stellung des Bundespräsidenten ist gewollt. In der ersten deutschen Demokratie, der "Weimarer Demokratie" von 1918-1933, hatte der Reichspräsident eine sehr starke Stellung. Er konnte z.B.den Reichstag auflösen und Gesetze erlassen. Die Historiker geben dem damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg eine Mitschuld dafür, dass Adolf Hitler an die Macht kam und innerhalb kürzester Zeit die Demokratie abschaffen konnte. Daher wurde nach dem 2. Weltkrieg im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland die Stellung des Bundespräsidenten bewusst geschwächt. Dies hat sich bis heute voll bewährt.
Dennoch gab es seit 1949 einige Bundespräsidenten, die kraft ihrer herausragenden Persönlichkeit großen Einfluss und hohes Ansehen besaßen. Ich möchte hier nur drei Bundespräsidenten nennen. Theodor Heuß, Gustav Heinemann und Richard von Weizsäcker.