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Wie viele Dialekte gibt es im Deutschen?

Wie viele Dialekte gibt es im Deutschen?

Dialekte oder Mundarten sind lokale oder regionale Sprachvarianten einer Sprache. Anders als ein Akzent unterscheidet sich ein Dialekt in allen Sprachbereichen von der Standardsprache. Das heißt, dass der Satzbau, die Aussprache und die Grammatik anders sein können. Weil sich Dialekte regional oder lokal entwickelt haben, gibt es unzählige deutsche Dialekte im deutschen Sprachraum. Zwar basieren alle deutschen Dialekte auf der deutschen Sprache, aber trotzdem tut sich ein Berliner schwer, einen Tiroler zu verstehen. Deshalb werden wir dir in diesem Artikel mehr zu diesem Thema erklären. Außerdem werden wir uns zwei Beispiele deutscher Dialekte genauer ansehen.

Wo werden deutsche Dialekte gesprochen?

Wenn man wissen möchte, wie viele Dialekte es im Deutschen gibt, muss man zuerst wissen, wo diese gesprochen werden. Zunächst kann man sagen, dass es überall, wo Deutsch gesprochen wird, auch deutsche Mundarten gibt. In den folgenden Ländern wird Deutsch gesprochen:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Belgien
  • Luxemburg
  • Frankreich
  • Italien

Möglicherweise wunderst du dich, dass Frankreich, Belgien und Italien auf der Liste sind. Obwohl in diesen Ländern die Mehrzahl der Bewohner andere Sprachen sprechen, wird auch von einem Teil der Bevölkerung Deutsch gesprochen. In Belgien ist Deutsch sogar eine der drei Amtssprachen, neben Französisch und Niederländisch. Hingegen ist Deutsch keine offizielle Sprache in Italien oder Frankreich, wird aber trotzdem von einem Teil der Bewohner gesprochen. Und zwar als Muttersprache. Nichtsdestoweniger ist es sehr schwierig zu sagen, wie viele Mundarten es im Deutschen gibt. Denn in Deutschland alleine kann man über 20 Dialekte zählen. In Österreich kann man sagen, dass jedes Bundesland einen Dialekt hat. Also gibt es 8 deutsche Mundarten in Österreich. Allerdings gibt es in jedem Bundesland wieder eine Vielzahl von verschiedenen Mundarten. Denn Dialekte sind sehr von der jeweiligen Region abhängig. Hingegen in Italien gibt es nur einen deutschen Dialekt, die Südtiroler Mundart. Ebenso wird in der Schweiz Schweizerdeutsch gesprochen.

Der Berliner Dialekt

Der Berliner Dialekt

Nachdem wir jetzt generell über Dialekte im deutschen Sprachraum gesprochen haben, schauen wir uns den Berliner Dialekt an. Wie der Name schon sagt, wird dieser Dialekt im Großraum Berlin gesprochen. Dieser Dialekt unterscheidet sich grammatikalisch und auch in der Aussprache vom Hochdeutschen.

Grammatik

Aber lass uns zuerst die grammatikalischen Unterschiede ansehen. Zum Beispiel können Adjektive und Adverbien wechselweise gebraucht werden. Das heißt, man kann “geschlossene Tür” sagen oder auch “ne zue Tür”. Hingegen im Hochdeutschen kann man “zu” nicht als Adjektiv verwenden. Sondern nur als Adverb im Sinne “die Tür ist zu”. Außerdem verwenden Berliner zum Teil noch alte Bindewörter, die im Hochdeutschen so nicht mehr gebraucht werden.

Berlinerisch Hochdeutsch
als wie wie
denn dann
wenn wann
wie als
worum warum

Zudem werden in diesem deutschen Dialekt Personalpronomen im Akkusativ und Dativ nicht unterschieden. Statt “mir” und “mich”, verwenden die Berliner nur “mir”. Zum Beispiel würde ein Berliner sagen “ich habe mir totgelacht” statt “ich habe mich totgelacht”. Des Weiteren wird in der Berliner Mundart nicht das hochdeutsche “ich” verwendet, sondern “ick” oder “icke”. Zum Beispiel in diesem Altberliner Spruch: Icke, dette, kieke mal, Oogn, Fleesch und Beene, wenn de mir nich lieben tust, lieb ick mir alleene. (Ich, das, schau mal, Augen, Fleisch und Beine, wenn du mich nicht liebst, liebe ich mich alleine.) Obwohl dieser Satz nicht sehr viel Sinn ergibt, verdeutlicht er schön die Unterschiede zum Hochdeutschen. Möglicherweise hast du die Verwendung von “mir” anstelle von “mich” erkannt. Obendrein gibt es auch das Berliner Er. Statt “du” oder “Sie” wird manchmal “er/sie” verwendet.

Berlinerisch Hochdeutsch Erklärung
Hattse denn die fünf Euro nich’n bisken kleena? Hat sie denn die fünf Euro nicht ein bisschen kleiner? das “hat sie” ersetzt die höfliche Anrede “haben Sie” oder “hast du”
Hatter denn ooch’n jült’jen Fahrausweis? Hat er denn auch einen gültigen Fahrausweis? das “hat er” ersetzt die höfliche Anrede “haben Sie” oder “hast du”

Aussprache

Anders als im Hochdeutschen wird im Berliner Dialekt das “g” wie ein “j” ausgesprochen. Also aus “gültig” wird “jültij”. Außerdem wird aus dem Laut “au” der Laut “oo” und aus “ei” wird “ee”. Zum Beispiel sagt ein Berliner “ick rooch mir eene”. Hingegen würde man im Hochdeutschen “ich rauche eine” sagen. Zudem hat der Berliner Dialekt zum Teil die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht. Das heißt, dass in einigen Fällen noch die alten Formen verwendet werden.

Berlinerisch Hochdeutsch
det/dit das
wat was
et es
Appel Apfel
Kopp Kopf

Des Weiteren werden in der Berliner Mundart Wörter zusammengezogen. Zum Beispiel wird aus “auf dem” im Berlinerischen “uffm”.

Der Vorarlberger Dialekt

Obwohl der Vorarlberger Dialekt ein deutscher Dialekt ist, haben viele deutschsprachige Schwierigkeiten ihn zu verstehen. Sogar der Rest von Österreich findet ihn schwer zu begreifen. Hingegen verstehen Deutschschweizer und Südbadener den Dialekt problemlos. Zwar gibt es keinen einheitlichen Vorarlberger Dialekt, dennoch habe alle Dialekte in der Region Gemeinsamkeiten. Zum einen werden Vorarlberger auch Gsiberger genannt. Denn “gsi” ist Vorarlbergisch für “gewesen”. Und in der Vorarlberger Mundart wird die alemannische Vergangenheitsform verwendet. Also anstatt von “ich war” sagt man in Vorarlberg “i bin gsi”. Weitere Beispiele sind:

Vorarlbergisch Hochdeutsch
i han ghaa ich habe gehabt
i han gseaha ich habe gesehen
i han gset ich habe gesagt

Möglicherweise ist dir auch aufgefallen, dass man in Vorarlberg “i” anstelle von “ich” sagt. Zum anderen wurde der Lautwandel des Frühneuhochdeutschen nicht immer übernommen. Deshalb sagt man in der Vorarlberger Mundart “Hus” und nicht “Haus”. Außerdem wird aus “s” oft “sch”. Zum Beispiel sagt man “bischt” für “bist”. Obendrein wird in der Vorarlberger Mundart aus “eu” oft “ü”. Also sagt man “Für” anstatt “Feuer” und “schü” anstatt “scheu”. Des Weiteren wird aus “ei” oft “i”. Zum Beispiel wird aus “mein” im Vorarlberger Dialekt “min” und aus “sein” wird “sin”. Mitunter ist dir auch aufgefallen, dass in der obigen Tabelle aus dem “e” oft ein “a” wird. Das liegt daran, dass in der Vorarlberger Mundart das “e”, “en” und “er” am Wortende oft zu “a” wird. Dementsprechend wird aus “Guten Morgen” im Vorarlberger Dialekt “Guata Morga”.

Unbekannte Wörter

Des Weiteren gibt es im Vorarlberger Dialekt auch viele Wörter, die man im Hochdeutschen nicht kennt.

Vorarlberger Mundart Hochdeutsch
Hӓs Kleidung
Gofa/Goba Kinder
Schmelg/Schmelga Mädchen
abe/ahe hinunter/herunter
uffe/uffi/uhe hinauf
allbott/allpot immer wieder
Bisnacht Nachmittag
brünzla urinieren
Bündt Wiese
jucka springen
Küssi/Küsse Kissen
lupfa heben
nüm/nümma nicht mehr
schaffa arbeiten
Schopa Jacke
ussa dua herausnehmen/entfernen
wüascht hässlich
Wiffzack kluge Person
zünsla/züsla mit Feuer spielen
bschießa betrügen/schwindeln/beschwindeln
Züg Dinge/Sachen
hocka sitzen
tschutta Fußball spielen
rüabig si ruhig sein
g’hörig gut/richtig
a Hetz ho es lustig haben
goscha schimpfen
Honds frei! Habt eine angenehme Zeit
jassa jassen (ein Vorarlberger Kartenspiel)
Wia hosch as all/allad? Wie geht’s dir so?

Vorarlberger Begrüßungen

Obendrein gibt es in Vorarlberg auch einzigartige Grußformeln. Zum Beispiel “Zeawas”, was auf Hochdeutsch “Servus” heißt. Allerdings hört man auch oft “Heile”, was natürlich nichts mit dem Nazigruß zu tun hat. Beide Grußformeln werden nur unter Bekannten verwendet und “heile” sogar nur mit anderen Vorarlbergern. Zudem wird “Habidere” oft gebraucht, was so viel wie “Ich habe die Ehre” bedeutet. Das ist wieder ein informeller Gruß. Wenn es höflicher sein soll, sagt man in Vorarlberg “Grüaß Gott”. Hingegen zum Verabschieden hört man oft “tschüss” oder auch “tschau”. Dabei kommt “tschau” wahrscheinlich vom italienischen “ciao”. Des Weiteren wird auch “Pfüate” oft gebraucht. Alle diese Verabschiedungen werden unter Bekannten verwendet. Wenn man einen höflicheren Abschiedsgruß braucht, kann man “Uf Wiederluaga” sagen, was “Auf Wiedersehen” heißt. Übrigens kannst du dir den Vorarlberger Dialekt hier anhören.

Wie man am besten Deutsch lernt

Wie man am besten Deutsch lernt

Wenn diese Beispiele deutscher Dialekte dir gefallen haben, willst du sicher Deutsch lernen, oder? Sicherlich fragst du dich jetzt, wie man das Deutsch Lernen am besten anfängt. Am schnellsten lernst du es, wenn du einige Zeit in einem deutschsprachigen Land verbringst. Da lernst du dann auch gleich den jeweiligen Dialekt mit. Aber leider ist das nicht für jeden von uns möglich. Zwar kannst du versuchen, dir Deutsch selbst beizubringen, aber das kann ganz schön schwer sein. Ein Sprachkurs ist natürlich immer eine gute Idee, aber dafür braucht man halt auch die Zeit um zu reisen. Hingegen ein privater Sprachlehrer kann sich nach deinem Terminkalender richten. Zudem kann der Lehrer oder die Lehrerin das Kursprogramm auf deine Bedürfnisse abstimmen. Da lernst du dann genau das, was du lernen willst. Falls du dich jetzt fragst, wo du einen privaten Sprachlehrer herbekommst, wir verraten es dir. Denn auf der Sprachplattform italki kannst du dir deinen Deutsch-Lehrer oder Lehrerin selbst aussuchen. Egal, aus welchem Grund du Deutsch lernen willst, mit einem Sprachlehrer von italki erreichst du dein Ziel. Überdies kannst du mit deinem privaten Sprachlehrer auch das Sprechen üben. Denn das ist ganz wichtig, weil es dir viel Selbstvertrauen geben wird. Warte nicht länger. Finde noch heute deinen Deutsch-Lehrer! Da wird das Deutsch Lernen zum reinen Kinderspiel. Falls du mehr über die deutsche Grammatik erfahren möchtest, lies unseren Artikel darüber, was die wichtigsten deutschen Verben sind.

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