Nationalgerichte der französischen Küche
Französisch

Nationalgerichte der französischen Küche

Nationalgerichte der französischen Küche

Die französische Küche ist der Stolz aller Franzosen und bietet viele Klassiker, die es sich definitiv zu probieren lohnt. Sicherlich wirst auch du bereits in ihren Genuss gekommen sein, denn auch hierzulande ist sie weit verbreitet. Coq au Vin, Ratatouille, Mousse au Chocolat – kommt dir eine dieser Speisen bekannt vor? Und wusstest du, dass auch der berühmte und beliebte Flammkuchen,auf zu Französisch „Tarte flambée“, aus Frankreich stammt?

Du möchtest die „Haute Cuisine“ kennenlernen, möchtest französische Nationalgerichte probieren oder deine Liebsten beeindrucken und sie nachkochen?
Dann bist du hier genau richtig, denn in diesem Artikel erfährst du alles, was es über die klassische französische Küche zu wissen gibt. Auch ist das Französischkochen eine ideale Gelegenheit, um Französisch zu lernen, indem du während des Kochens z.B. die französischen Namen der Zutaten kennenlernst.

Die französische Küche

französische Küche

Die Küche der Franzosen wird oft mit dem Begriff „Haute Cuisine“ assoziiert. Der Begriff bezeichnet die französische Kochkunst, die vor allem in den noblen Restaurants des Landes praktiziert wird. Die Haute Cuisine repräsentiert weltweit ein Synonym für erstklassige Spitzenqualität, das französische Savoir-vivre, Luxus und Prestige.

Die Bedeutung der französischen Küche spiegelt sich auch in der heutigen Fachsprache der Köche wider,wieder, denn diese beinhaltet zahlreiche französisch geprägte Begriffe wie z.B. Chef de Cuisine, Gourmet, servieren, blanchieren und vieles mehr. Sicherlich wirst auch du bereits einen dieser Begriffe irgendwo gehört haben.

Mit ihrem exquisiten und kreativen Charakter genießt die Küche der Grande Nation nicht grundlos weltweites Ansehen. Doch dieses musste sie sich erst erarbeiten.

Die Geschichte der Cuisine française

Die Geschichte der Cuisine française geht weit zurück. Sie spiegelt die Entwicklung der französischen Gesellschaft und vor allem der Elite wider.

Ihre Blütezeit erfolgte im 19. Jahrhundert und prägte die Welt der Gastronomie nachhaltig.

Bis zum Sturm auf die Bastille 1789 umfasste 70 Prozent der Franzosen arme Bauern, deren Ernährung hauptsächlich aus Getreide bestand. Brot war damals also der Hauptbestandteil ihrer Ernährung. Als die Getreideernte dann scheiterte, wurde das Brot so teuer, dass es sich nur noch die Aristokratie leisten konnte. Der folgliche körperliche Hunger sowie auch der Hunger nach liberté, egalité, fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) stellten die Weichen für die Französische Revolution.
Nach dem Aufstand schlug die Geburtsstunde des Restaurants: Köche und Diener, deren aristokratische Arbeitgeber aus Paris geflohen waren oder hingerichtet wurden, eröffneten Restaurants und stellten auch dem einfachen Volk feinere Lebensmittel zur Verfügung.
Unterdessen stellten Monarchen französische Küchenchefs ein und Kochlehrlinge aus aller Welt träumen davon, ihr Handwerk in Frankreich erlernen zu dürfen.

„Répertoire de la cuisine“

Schon bald begannen Wissenschaftler, sich mit Hygiene- und Gesundheitsfragen zu beschäftigen, sodass Themen wie Diät und ausgewogene Ernährung erstmals in den Vordergrund rückten. Dies war auch die Geburtsstunde der Verleihung begehrter Auszeichnungen: Michelin, dessen Sterne noch heute verteilt werden, Gault & Millau, Hachette als Weinführer usw. Diese Art Qualitätsgarantie prägte den Ruf französischer Restaurants nachhaltig.

Zudem wurde die klassische französische Küche durch eine sehr kreative und experimentierfreudige Küche erweitert. Die Cuisine française und Gastronomie erfreute sich einem derartigen Prestige, dass das Fachvokabular der Gastronomiewelt 1914 erstmals im „Répertoire de la cuisine“, das mehrere tausend Rezepte enthält, verewigt wurde.
Dieser Moment revolutionierte die Welt der Gastronomie, denn von da an konnten sich Köche und Gastronomen aus den unterschiedlichsten Nationen in einer gemeinsamen Sprache verständigen.

Des Weiteren gewann bewusste Ernährung immer mehr und mehr an Bedeutung. Es ging nicht mehr bloß darum, irgendetwas auf dem Tisch zu haben und hungrige Bäuche zu füllen, sondern darum, was genau serviert wird und auf dem Tisch steht. Folglich entstand auch der Begriff der „gehobenen Küche“ – die „Haute Cuisine“.

Die bekanntesten Nationalgerichte der französischen Küche

Eine große Auswahl an französischen Nationalgerichten ist seit vielen Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten international bekannt. Frankreichs Küche erfreut sich allerorts großer Beliebtheit. Wer an die klassische französische Küche denkt, dem mögen im ersten Moment Bilder von Schnecken, Fröschen und Muscheln erscheinen. Doch die traditionelle Cuisine française hat noch vieles darüber hinaus bieten.

Im Folgenden haben wir drei ausgewählte typische französische Nationalgerichte für dich ausgewählt:

  1. Coq au vin

Ein typisches traditionelles Schmorgericht aus Frankreich, dessen Namen dir sicherlich bekannt vorkommt, ist Coq au vin. Es wird traditionell mit einem ganzen Hahn zubereitet

Hier wird das Fleisch langsam in Rotwein geschmort – wie der Name bereits sagt – bevorzugt ein Hahn im Ganzen. Alternativ kann aber auch auf große Hühnerschenkel zurückgegriffen werden. Dazu werden Karotten, Champignons, Speck, Zwiebeln, Knoblauch und verschiedene Kräuter geschmort. Als Beilage eignen sich Rosmarinkartoffeln. Das Ursprungsrezept für Coq au vin stammt aus Burgund, weshalb der Sud mit einem Rotwein von der Côte d’or angesetzt wird. Übrigens haben einer Sage nach jedoch bereits die Römer dieses Rezept erfunden.

  • Tarte flambée

Tarte flambée, auch Flammkuchen genannt, ist eine köstliche Spezialität aus dem Elsass.

Der Flammkuchen wird auch gern international auf Straßenfesten, Festivals, auf Partys oder als Fastfood serviert, denn er ist schnell und einfach zuzubereiten und ist bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt. Bei ihm handelt es sich um einen sehr dünnen ausgerollten Brotfladen, der traditionell vor dem Brot im Holzofen gebacken wurde, um die Temperatur des Ofens für das Brotbacken besser einschätzen zu können. Der Teig wird mit Sauerrahm oder Crème fraîche bestrichen und üblicherweise mit Speck und Zwiebeln belegt. Mittlerweile werden der Fantasie beim Belegen jedoch keine Grenzen gesetzt, selbst süße Varianten mit Früchten und Zimt sind möglich. Supermärkte bieten inzwischen sogar speziellen Flammkuchenteig oder auch fertige Flammkuchen im Tiefkühlregal an.

  • Quiche Lorraine

Die Quiche Lorraine, auch Lothringer Specktorte genannt, ist ein absoluter Klassiker der Cuisine française.

Wie auch der Flammkuchen stammt sie aus Ostfrankreich. Die Basis bildet ein Mürbteig, der in einer runden Tarte-Forme gebacken wird. Der Belag setzt sich aus Speck, Lauch und einem Eier-Schlagsahne-Gemisch zusammen. Darüber hinaus wird auch geriebener Käse beigemischt und Zwiebel statt Lauch verwendet. Mittlerweile existieren zahlreiche kreative Variationen: Lachs, Spinat, Mangold. Der Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Für Vegetarier

Auch Vegetarier kommen bei der französischen Küche auf ihre Kosten.

Das bekannteste Gericht für Veggies ist wohl Ratatouille. Kennst auch du es aus dem gleichnamigen Animationsfilm, in dem die Wanderratte namens Rémy sein Talent fürs Kochen entdeckt und zum Gourmet wird?

Auch bei Ratatouille handelt es sich wie schon beim Coq au vin um ein Schmorgericht.
Es besteht aus verschiedenen Gemüsesorten, typisch für die Provence: Auberginen, Zucchini, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch, welche mit Olivenöl und Kräutern der Provence geschmort werden. Ursprünglich stammt Ratatouille aus Südfrankreich. Es wird gern als Vorspeise serviert, kann kalt oder warm genossen werden und ist eine beliebte Beilage zu Fleischgerichten.

Desserts

Auch die französische Dessertkarte lässt nicht zu wünschen übrig.
Crème Brûlée, Crêpes, Macarons, Mousse au Chocolat, Madeleines, Éclairs – mindestens eines davon wirst mit Sicherheit auch du bereits probiert haben. Selbst in Deutschland finden sich diese regelmäßig auf der Speisekarte der Restaurants oder in den Schaufenstern der Konditoreien. Kein anderes Land wurde von der Nachspeise geschichtlich so stark geprägt wie die Grande Nation. Selbst das nüchternste Politikerurteil soll nach dem Verzehr der berauschenden Mengen an Butter, Zucker und anderen einzigartigen Zutaten dieser typischen französischen Desserts für nichtig erklärt worden sein. Besonders Crêpes sind international ein absoluter Dauerbrenner, der das auf keinem Straßenfest, Festival, Weihnachtsmarkt, Rummel und ähnlichen Veranstaltungen mehr fehlt.

Die beliebtesten französischen Gerichte

klassische französische Küche

Frankreich hat so viele Gerichte, Vorspeisen, Beilagen und Desserts zu bieten, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Unterdessen fällt bei dieser verführerischen und variationsreichen Auswahl eine Entscheidung nicht immer leicht. Deswegen haben wir für dich eine Liste mit den beliebtesten Gerichten der Franzosen erstellt.

  • Boeuf bourguignon
  • Coq au vin
  • Tarte flambée – Flammkuchen
  • Quiche Lorraine
  • Moules frites
  • Salade niçoise
  • Ratatouille
  • Soupe à l’oignon – Zwiebelsuppe
  • Confit de Canard
  • Bretonische Galette – Buchweizen-Crêpes
  • Croque-Monsieur
  • Steak tartare
  • Escargots de Bourgogne – gefüllte Weinbergschnecken
  • Cassoulet
  • Pot au Feu
  • Salade niçoise – Nizza-Salat

Wenn du diese Liste kennst, dir einige der Gerichte näher anschaust und sie nachkochst oder im Restaurant bestellst, erhältst du auf jeden Fall einen guten Eindruck vom Charakter der französischen Küche. Dazugehörige Rezepte in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden finden sich überall im Internet. Vielleicht wirst auch du schon bald zum französischen Gourmetkoch und überraschst deine Liebsten? Probiere es noch heute aus – ein französisches Gericht hat schon so manches Wunder bewirkt en und so manch große Persönlichkeit beeindrucken können! 

Fazit

Die Cuisine française ist legendär. Sie hat den Kultbegriff der Haute Cuisine hervorgebracht und ist nicht ohne Grund weltweit ein Synonym für Spitzenqualität, das französische Savoir-vivre, Luxus und Prestige. Ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert prägte die Welt der Gastronomie nachhaltig – Kochlehrlinge träumten zu jener Zeit von einer Ausbildung in der Grande Nation. Es ist die Geburtsstätte des Restaurants. Noch heute ist ein 5-Sterne-Restaurant in Frankreich ein unvergessliches Erlebnis für den Gaumen.

Ob klassischen Flammkuchen, vegetarisches Ratatouille oder delikate Escargots de Bourgogne – hier findest du eine große Auswahl an Rezepten der leckersten und beliebtesten Nationalgerichte der französischen Küche. Französischkochen kann auch zu zweit oder in der Gruppe ein tolles Erlebnis sein und für ein waschechtes französisches Ambiente kocht man in einer Küche im französischen Landhausstil. Doch das Nachkochen französischer Delikatessen bringt uns nicht nur der französischen Kultur näher und verwöhnt unseren Gaumen, es kann uns auch beim Französischlernen helfen und z.B. das Festigen von Vokabeln fördern.
Auch mit einem erfahrenen und kompetenten Französischlehrer lohnt es sich, die französische Küche kennenzulernen. Was außerdem sehr hilfreich beim Spracherwerb ist, ist die Beschäftigung mit bekannten französischen Liedern.

Verwandte Artikel