Wolfgang
Ab wann lohnt es sich hier einen Lehrer zu nehmen? <p>Hallo,</p><p>ich heiße Wolfgang und möchte Russisch lernen. Ich beschäftige mich immer wieder mal damit, aber da ich sonst keine slawische Sprache kann, wirken die Wörter für mich oft "sperrig", und es dauert dementsprechend lange bis sie in den Wortschatz übergehen (jetzt mal abgesehen von Wörtern wie автобус oder автомат). Die gedruckte kyrillische Schrift kann ich ganz gut lesen..</p><p>Ich denke man sollte als Anfänger zuerst einen guten Wortschatz haben und ich glaube fast, dass einem ein Lehrer dabei nicht helfen kann, sich die Wörter schneller zu merken.. Das ist meine Theorie..</p><p>Aber vielleicht irre ich mich.. Mich würde Eure Meinung dazu interessieren, vor allem von Leuten mit Muttersprache Deutsch.</p><p>Lg</p><p>Wolfgang</p><p>
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Mar 29, 2018 6:06 PM
Comments · 7
<p>Hallo Wolfgang!</p><p>Ich würde Deine Frage von vornhererein anders formuliern: Wann lohnt es sich für Dich einen Lehrer zu nehmen? Das kommt nämlich ganz darauf an, wie Du am besten lernst. Stellst Du Dir Dein Material am liebsten selbst zusammen? Lässt Du Dich lieber von einem Lehrer durch die neue Sprachlandschaft führen?</p><p> Ich sehe bei Dir weniger die Sprache im Vordergrund (auf die komme ich gleich noch zu sprechen), sondern die Struktur Deines Lernprozesses. Deine Frage verrät mir, dass Du davon ausgehst, dass "es" sich ab einem bestimmten Punkt lohnt, einen Lehrer zu nehmen. Du kommst meiner Meinung nach schneller voran, wenn Du Dich fragst, wo dieser Punkt bei Dir liegt (und nicht, wo er im Allgemeinen liegt). Ich biete z.B. Sprachlern-Coachings an, in denen wir nur an Lernstrategien arbeiten. Lass mich wissen, falls Du Interesse hast.
</p><p>Was Russisch (oder jede andere Sprache) betrifft, rate ich Dir von Wortschatz (im Sinne von isolierten Vokabeln) und Grammatik ab. Deutsch hast Du ja schließlich auch ohne Vokabeltest und Grammatikbuch gelernt. Such Dir stattdessen Materialien auf Russisch, die Dich persönlich interessieren und übersetze sie (oder lass Dir dabei helfen). Für Russisch findest Du übersetzte Texte inkl. Audios z.B. auf www.LanguageFeeling.com .</p><p> "Sperrige" Wörter sind Wörter, zu denen Du noch keine Assoziationen hast. Das heißt, Du musst sie in ihre kleinsten Bestandteile zerbrechen. Russisch ist da wie viele andere Sprachen: auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Tatsächlich haben viele russische Wörter Ähnlichkeiten mit deutschen Wörtern - und wenn nicht, dann bastelst Du Dir eine Eselsbrücke. Wie oben erwähnt, ist aus meiner Sicht wichtig, dass Du Spaß am Lernmaterial hast, denn dann sitzen die Wörter für immer.</p><p>
</p><p>Viel Erfolg!</p>
March 29, 2018
<p>Hallo, ich bin eigentlich bisher immer mit meinem Selbststudium am besten gefahren. Sowohl Englisch als auch Spanisch konnte ich mir am besten alleine aneignen - natürlich mithilfe von Literatur, Musik, Internet etc., aber eben ohne Lehrer (Englisch hatte ich natürlich auch in der Schule, aber über das Schulenglisch hinaus hatte ich nie wieder einen Lehrer). Ich würde mir das auch für Französisch zutrauen.</p><p>Bei Tschechisch - also auch eine slawische Sprache - hat das allerdings nicht geklappt. Bei den anderen Sprachen war es nämlich so, dass ich entweder kein Anfänger war (Englisch) oder ein "false beginner" (Spanisch und wäre auch bei Französisch der Fall), zudem gibt es natürlich viele Ähnlichkeiten zwischen A) Deutsch und Englisch und B) Spanisch und Französisch, und prinzipiell auch Überschneidungen zwischen Spanisch und Deutsch. Dazu kommt, dass sowohl Englisch als auch Spanisch und Französisch m.E. "einfache" Sprachen sind. Die Grammatik ist relativ simpel, finde ich. Lernen muss man natürlich trotzdem viel.</p><p>Bei Tschechisch hatte ich das Problem, dass ich keinen Aufhänger in einer anderen Sprache hatte - das Vokabular war noch nichtmal ansatzweise ähnlich (außer ein paar Importwörtern natürlich) und ich konnte es mir auch nicht gut merken, weil die Buchstabenfolge für mich total ungewöhnlich war. Die Grammatik ist auch nochmal schwieriger mit 7 Fällen (Russisch hat ja auch so viele), die Wortreihenfolge im Satz ist anders, die Betonung - naja, alles, außer der Schrift, und auch hier gibt es ein paar Extras.</p><p>Ich fand es sehr hilfreich, gleich zu Beginn Unterricht zu nehmen. Inzwischen kann ich auch selbständig Sachen erarbeiten, aber ich fand die Anleitung gerade auch wegen der großen Unsicherheit und der Aussprache wichtig. Mir hat die "Vorsortierung" durch die Lehrerin geholfen einen Überblick zu bekommen, Muster zu erkennen und mich nicht völlig überfordert zu fühlen.
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March 29, 2018
<p>Hallo Wolfgang, </p><p>mit der russischen Sprache ist es ein wenig kompliziert, an dem Wortschatz und an der Grammatik getrennt zu arbeiten, weil unsere Sprache viele Fälle hat und Wörter verschiedene Endungen haben. Die Betonung macht oft mühe auch für Muttersprachler, die als Kinder mehr gelesen als gesprechen haben. Wörter sollte man so zu sagen  von allen Seiten betrachten, weil man auf diese Weise besser versteht, wie die Sprache funktioniert. Auf jedem Fall sollte man so viel wie möglich die Sprache hören. </p><p>Ohne Lehrer ist es wahrscheinlich möglich, aber für mich wäre es besser, erst mit einem Lehrer zu arbeiten, um die Aussprache und die Grundprinzipien zu lernen, und dann weiter selbstandig zu gehen. Für andere Leute kann es natürlich ganz anders sein. </p><p>Mit einem Lehrer oder nicht, muss die Sprache sehr oft gebraucht werden. Für einen Deutschen ist es leicht, hier viele Gesprächpartner zu finden, für die Russisch eine Muttersprache ist.</p><p>Viel Erfolg!</p>
March 30, 2018
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Wolfgang
Language Skills
English, French, German, Russian
Learning Language
Russian