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Михаил
Warum gibt es kein "sind" in diesem Satz? Ich habe diesen Satz in dem Gedicht von Müller gelesen. Bin gewohnt das Irregehen, 's führt ja jeder Weg zum Ziel: Uns're Freuden, uns're Leiden, Alles eines Irrlichts Spiel! Ich wurde wegen der zwei letzten Zeilen überrascht. Ich dachte, dass man "Uns're Freuden, uns're Leiden, alles sind eines Irrlichts Spiel!" schreiben soll. Kann man manchmal "sein" auslassen? Oder kannte man früher? Oder verstehe ich dieses Gedicht irrtümlich? (Ich lerne nun "Die Winterreise" von Schubert, deshalb lese ich so alte Gedichte)
Oct 11, 2016 9:46 AM
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Tatsächlich kann man "sein" in bestimmten Situationen auch in normaler, gesprochener Sprache auslassen. "Drei Wochen Arbeit, völlig umsonst." (Statt "Drei Wochen Arbeit sind (jetzt) völlig umsonst [gewesen]".) Es macht den Effekt stärker. In normaler Sprache würde das Gedicht so lauten: Ich bin das Irregehen gewohnt, es führt ja jeder Weg zum Ziel: Unsere Freuden, unsere Leiden, alles ist eines Irrlichts Spiel! Dieses "alles" bedeutet vermutlich nicht nur "unsere Freuden, unsere Leiden", sondern auch Dinge, die nicht genannt wurden. Sonst hätte dort "Uns're Freuden, uns're Leiden, Alle eines Irrlichts Spiel!" stehen müssen. (Lang: Unsere Freuden, unsere Leiden sind alle eines Irrlichts Spiel.)
October 11, 2016
Nun ja, das ist ein Gedicht, da spielen neben der Grammatik auch das Versmaß und ähnliche Dinge eine Rolle. In der ersten Zeile fehlt doch zum Beispiel auch das Subjekt.
October 11, 2016
Михаил
Language Skills
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German, Ukrainian