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Sini
Was halten Sie von dem Dreißigjährigen Krieg? Ich habe einen Vortrag über den Dreißigjährigen Krieg zu halten und will einige Meinungen dazu sammeln.
Mar 3, 2010 2:02 PM
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"...vom Dreißigjährigen Krieg?" Äh... Chinafan... Der Dreißigjährige Krieg war aber schon fast 200 Jahre früher. (1618 - 1648: 30 Jahre) Vielleicht möchte Sini einen Vortrag über die Napoleonischen Kriege (1792 - 1815) halten. Was meinst du mit "fertigmachen"? - Hm... Ich denke du meinst, sie hätten jedem Zivilisten ein Honigbrötchen geben und nach Hause schicken sollen. Oder so ähnlich. Eigentlich war es kein Krieg, der 30 Jahre lang dauerte, sondern es waren viele kleine Kriege. Mit wechselnden Teilnehmern. Die wichtigsten waren die "Katholische Liga" und die "Protestantische Union". Man darf jetzt nicht denken, dass es nur um religiöse Differenzen ging. Es ging um Macht. Der (katholische) Kaiser (des heiligen Römischen Reiches) sah das Risiko, dass viele (protestantische) Fürsten aus seinem Machtbereich austreten wollten. Dann hatten auch andere Nachbarstaaten (Schweden und Frankreich) Interessen und griffen in den Krieg ein, um Gebiete zu erobern oder weil sie einen Vorteil erhoffen, wenn ein Gegner schwächer wurde. Weite Teile Mitteleuropas wurden (mehrmals) zerstört. Es gab Plünderungen und Seuchen. Die Bauern hatten keine Existenzgrundlage mehr. Die reichen Städte waren immer wieder das Ziel der Kriegsparteien und sie wurden ärmer. Nach 30 Jahren hatte niemand so richtig gewonnen. Europa hatte sich verändert. Manche Gebiete brauchten noch lange, um sich zu erholen.
March 3, 2010
Der 30-jährige Krieg, die größte Katastrophe für Deutschland! Im Laufe des Krieges verlor Deutschland ca 40% der Bevölkerung und des Volksvermögens. Der 30-jährige Krieg bestand aus mehreren "Teilkriegen" Böhmisch-Pfälzischer Krieg 1618-1623 Niedersächsisch-Dänischer Krieg 1625-1630 Schwedischer Krieg 1630-1635 Schwedisch-Französischer Krieg 1635-1648 Der Krieg endete mit dem "Westfälischen Frieden" Münster , 24.10.1648 Im Laufe des Krieges wurden viele Städte zerstört und geplündert. Manche Grausamkeiten des Krieges sind noch heute bekannt, z.B "Schwedentrunk", das war eine Foltermethode des Schwedischen Heeres: Heisse Gülle, die dem zu Folternden eingeflößt wurde. Gleichzeitg gibt es in jeder evangelischen Stadt eine "Gustav-Adolf-Gesellschaft", eine Art fromme Gemeinde mit Missionscharakter. Der Name "Gustav-Adolf" erinnert an den schwedischen König Gustav-Adolf der den protestantischen Fürsten im Krieg zu Hilfe eilte. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Bevölkerung in Deutschland in "Protestantisch/Evangelisch" und "Katholisch" aufgeteilt. Es galt die Regel „cuius regio, eius religio“, die Bevölkerung eines Landstrichs musste die Religion des jeweiligen regierenden Fürsten annehmen. Aus dieser Zeit stammt die strenge Aufspaltung der deutschen Landschaften in "katholische" und "evangelische" Länder, Landschaften bzw. Städte. Diese Teilung wurde erst mit den Bevölkerungsverwerfungen nach dem 2. Weltkrieg aufgebrochen. Als humorvolles Beispiel hierfür ein Gedicht des Dichters Sebastian Blau (geb. 1901), der aus Rottenburg am Neckar (Katholisch) stammt (Das Gedicht ist leider in Schwäbisch). Im letzten Vers wird von den "Gogen", den Ureinwohnern der Stadt Tübingen, 15 km stomabwärts gesprochen "und evangelisch sind sie auch" . Rottenburg war habsburgisch, es gehörte zu "Vorderösterreich" = katholisch Tübingen war württembergisch = evangelisch
March 3, 2010
@ Rüdiger "Geit" bedeutet sicher "Geiß" (weibliche Ziege). @chinafan Mir fehlen die Worte.
March 8, 2010
@Domasla: Du hast vom Krieg keine Ahnung und mit fertigmachen meine ich bestimmt keine Honigbrötchen.
March 4, 2010
Und hier die Übersetzung ins Hochdeutsche: In Rottenburg steht auf der Brücke ein Heiliger Sankt Nepomuk (eine Heiligenstatue). Komm, so eilig hast du es nicht, wir wollen kurz zu ihm beten.; "Oh Heiliger Sankt Nepomuk, bewahre mich bitte (wörtlich: auch) vor Schaden beim Schwimmen und beim Baden; gib auf den Neckar acht und schaue, das darin keine Gans und "Geit" ertrinken (wörtlich ersaufen)(Geit: ich kann das Wort nicht übersetzen), und das er ja nicht überläuft, nicht das er mit seinem Wasser den Weg in die Stadt und Häuser nimmt, und uns der Wein im Keller herum schwimmt. Oh Heiliger Sankt Nepomuk, da würdest Du uns einen bösen Streich spielen! (sehr frei übersetzt) Und läßt sich halt mit aller Gewalt das Hochwasser nicht zurückhalten, dann hab ein Einsehen, guter Mann und fang mit Überschwemmen, ein bischen weiter unten an: Die Gogen nehmens nicht so genau, in deren ihren sauren Wein darf wohl ein bischen Wasser rein - und evanglisch sind sie auch..."
March 3, 2010
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Sini
Language Skills
Chinese (Mandarin), Czech, English, German
Learning Language
Czech, German