Wenn man sich Texte auf Russisch ansieht, dann merkt man, dass ein anderes Schriftsystem verwendet wird als beispielsweise im Deutschen. Wenn man Russisch lernen möchte, dann muss man sich natürlich auch die Schrift aneignen. Dabei fängt man am besten auch gleich mit dem russischen Alphabet an. Zwar kann das Erlernen eines neuen Alphabets abschreckend wirken, doch eigentlich ist die russische Schrift gar nicht so schwer.

Deshalb werden wir dir in diesem Artikel alles zu diesem Thema erklären. Zudem erfährst du, wie man die russische Schrift übersetzt. Und wir beantworten auch die Frage: Wie nennt man die russische Schrift?

Geschichte der russischen Schrift

Bevor wir uns aber näher mit dem russischen Alphabet beschäftigen, wollen wir zuerst etwas über seine Geschichte sprechen. Die Entstehung der Schrift wird generell in die Mitte des 10. Jahrhunderts angesetzt. Dabei wird angenommen, dass sie sich aus der glagolitischen Schrift entwickelt hat, die von Kyrill von Saloniki entwickelt wurde. Obwohl die Urheberschaft des russischen Alphabets immer noch umstritten ist, hat sie dennoch den Namen Kyrills bekommen. Dementsprechend nennt man sie also kyrillische Schrift. Damit haben wir also die Frage, wie man die russische Schrift nennt, beantwortet.

Zwar wurde die Schrift nach Kyrill benannt, aber ihre Verbreitung wird Konstantin von Preslaw zugeschrieben. Außerdem entstand die kyrillische Schrift am Hofe des Zaren in Preslaw, im heutigen Ostbulgarien. Obwohl Kyrillisch eine eigenständige Schrift ist, wurden die meisten Buchstaben vom griechischen Alphabet übernommen. Weil Russisch Laute hat, die es im Griechischen nicht gibt, wurden diese mit Zeichen aus der glagolitischen Schrift dargestellt.

Durch die Annäherung Russlands an den Westen unter Peter dem Großen kam es 1708 zur Reform der kyrillischen Schrift . Dabei wurde die Schrift vereinfacht und optisch an das lateinische Alphabet angepasst. Diese neue Schrift wird auch bürgerliche Schrift genannt, da sie sich jetzt von der kirchenslawischen Schrift unterscheidet. Damit wurde die neue kyrillische Schrift zur normativen russischen Schrift des russischen Reichs. Weil Russland einen großen Einfluss auf andere Länder hatte, wurde das reformierte Alphabet auch in anderen Ländern übernommen. Mit der Zeit kam es deshalb in Bulgarien, Serbien, der Ukraine und Belarus ebenfalls zu einer Reform dieser kyrillischen Schriften.

Des Weiteren kam es 1918 zu einer erneuten russischen Rechtschreibreform, wobei nicht mehr nötige Zeichen abgeschafft wurden. Weil es zu einer Lautentwicklung kam, wurden diese Zeichen nicht mehr gebraucht und deshalb aus dem offiziellen Alphabet entfernt. Diese Version der kyrillischen Schrift wird auch heute noch in Russland verwendet.

Wo die kyrillische Schrift verwendet wird

Obwohl die kyrillische Schrift mit der russischen Sprache gleichgesetzt wird, wird sie auch in anderen Sprachen verwendet. Dazu gehören vor allem slawische Sprachen, aber auch Gebiete, auf die Russland Einfluss hatte. Zu den Sprachen, bei denen Kyrillisch verwendet wird, zählen unter anderem:

  • ●                 Russisch
  • ●                 Ukrainisch
  • ●                 Belarussisch
  • ●                 Bulgarisch
  • ●                 Serbisch
  • ●                 Mazedonisch
  • ●                 Kasachisch
  • ●                 Kirgisisch
  • ●                 Tadschikisch
  • ●                 Mongolisch
  • ●                 Dunganisch (ein chinesischer Dialekt)

Zudem wird das kyrillische Alphabet auch in mehreren osteuropäischen Ländern, dem Kaukasus und in Zentralasien verwendet. Genauso wie mit der lateinischen Schrift gibt es in den verschiedenen Sprachen Sonderzeichen, um das Alphabet der jeweiligen Sprache anzupassen. Übrigens hat auch das Rumänische einst die kyrillische Schrift verwendet, obwohl es eine romanische Sprache ist. Das liegt daran, dass in Rumänien der orthodoxe Glaube überwiegt. Allerdings wurde die kyrillische Schreibweise 1865 abgeschafft und mit dem lateinischen Alphabet ersetzt.

Falls du dich jetzt fragst, warum die russische Schrift so weit verbreitet ist, dann verraten wir es dir gleich. Genauso wie auch das Römische Reich hat sich auch das russische Reich ausgebreitet. Vor allem zur Zeit der Sowjetunion hatte Russland einen großen Einfluss auf andere Länder. Dank dieses Einflusses haben viele kommunistische Länder die kyrillische Schrift übernommen. Dementsprechend ist es hilfreich, die kyrillische Schrift zu beherrschen, denn dann versteht man die Schrift in vielen anderen Ländern auch.

Das kyrillische Alphabet

Das kyrillische Alphabet

Nachdem wir jetzt mehr über die Entstehung und Verbreitung der Schrift Russlands wissen, schauen wir uns das Alphabet genauer an. Ebenso wie das lateinische Alphabet, das wir im Deutschen verwenden, ist auch das kyrillische Alphabet eine Lautschrift. Wie wir unser Alphabet ABC nennen, nennen die Russen ihres Asbuka, nach den ersten zwei Buchstaben ihres Alphabets. Denn “a” heißt auf Slawisch “as” und “b” heißt “buki”. Gleichermaßen wie im Deutschen hat auch das Russische Groß- und Kleinbuchstaben.

Im Gegensatz zum deutschen ABC besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Dazu gehören zehn Vokale, 21 Konsonanten und zwei Sonderzeichen, die keinen eigenen Laut haben. Letztere werden verwendet, um anzuzeigen, wie der vorstehende Konsonant ausgesprochen wird. Allerdings musst du dir am Anfang über diese Zeichen keine Sorgen machen. Aber wenn du deine Aussprache verbessern willst, ist es wichtig, dass du die Unterschiede hören und aussprechen kannst. Damit dir das Erlernen des russischen Alphabets leichter fällt, besprechen wir die Zeichen in drei Teilen: Vokale, Konsonanten und Sonderzeichen.

Russische Vokale

Wie schon erwähnt, gibt es im Russischen zehn Vokale. Dabei gibt es betonte und unbetonte Vokale. Während betonte Vokale lang ausgesprochen werden, spricht man die unbetonten kurz aus. Die Aussprache des “o” ist im Russischen eine Besonderheit. Denn wenn es betont ist, wird es wie ein deutsches “o” ausgebrochen. Allerdings ist die Aussprache wie ein reduziertes “a”, wenn es unbetont ist.

Das heißt, es wird kürzer und undeutlicher als das betonte “a” gesprochen. Am besten lernt man die Betonung der Buchstaben, wenn man Vokabeln lernt. Denn leider gibt es im Russischen keine festen Regeln zur Betonung der Buchstaben. In der folgenden Tabelle geben wir auch an, wie man die Buchstaben ausspricht. Zudem zeigen wir dir, wie russische Schrift übersetzt werden kann.

Kyrillisches Zeichen groß/klein Aussprache Lateinische Übersetzung
А / а a A / a
Е / е e je (am Wortanfang, nach anderen Vokalen und dem Weichheitszeichen) E / e
Ё / ё jo Ё / ë
И / и i I / i
О / о o O / o
У / у u U / u
Ы/ ы y Y / y
Э / э e È / è
Ю / ю ju Û / û
Я / я ja  / â

Möglicherweise hast du bemerkt, dass das “a”, “e” und “o” gleich wie im Deutschen sind. Das macht die Sache auch gleich mal einfacher, oder? Übrigens gibt es zwar ein lateinisches Äquivalent für jeden Vokal, allerdings gibt es diese nicht alle im Deutschen.

Kyrillische Konsonanten

Gleichermaßen wie im Deutschen gibt es auch im Russischen 21 Konsonanten. Dabei können die meisten davon entweder hart oder weich ausgesprochen werden. Die Aussprache hängt vom nachfolgenden Buchstaben ab. Zudem können die Sonderzeichen die Aussprache verändern.

Kyrillisches Zeichen groß/klein Aussprache Lateinische Übersetzung
Б / б b B / b
В / в w V / v
Г / г g w (in den Endungen -ero und oro) G / g
Д / д d D / d
Ж / ж sch Ž / ž
З / з s Z / z
Й / й i (entfällt nach И / и) J / j
К / к k K / k
Л / л l L / l
М / м m M / m
Н / н n N / n
П / п p P / p
Р / р r R / r
С / с s ss (zwischen zwei Vokalen) S / s
Т / т t T / t
Ф / ф f F / f
Х / х ch H / h
Ц / ц z C / c
Ч / ч tsch Č / č
Ш / ш sch Š / š
Щ / щ schtsch Ŝ / ŝ

Mitunter ist dir aufgefallen, dass zwar einige der Konsonanten aussehen wie die deutschen, aber anders ausgesprochen werden. Beispielsweise entspricht das kyrillische “b” unserem “v” und wird wie ein “w” ausgesprochen. Man muss also aufpassen, dass man es nicht falsch lernt. Übrigens kannst du die richtige Aussprache der russischen Schrift in Online-Wörterbüchern finden.

Kyrillische Sonderzeichen

Schließlich kommen wir zu den zwei Sonderzeichen. Zwar ist es wichtig, dass du sie lernst, aber am Anfang kannst sie erst einmal ignorieren.

Kyrillisches Zeichen groß/klein Aussprache
Ъ / ъ Härtezeichen, der vorhergehende Konsonant wird hart ausgesprochen
Ь / ь Weichezeichen, der vorherige Konsonant wird weich ausgesprochen

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Wie lernt man am besten Russisch?

Wie lernt man am besten Russisch?

Weil Russisch eine andere Schrift verwendet als Deutsch, lernt man Russisch am besten mit einem privaten Sprachlehrer. Denn da bekommst du einen Kurs, der auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Zudem kannst du nach deiner eigenen Geschwindigkeit lernen. Mit einem Privatlehrer hast du auch gleich jemanden, mit dem du das Sprechen üben kannst. Darüber hinaus kann dieser dir auch deine Fragen beantworten, womit das Lernen leichter wird.

Wenn du jetzt wissen willst, wo du einen privaten Sprachlehrer herbekommst, verraten wir es dir gerne. Auf der Sprachplattform italki kannst du dir deinen Russisch-Lehrer sogar selbst aussuchen. Überdies sind die meisten Sprachlehrer auf italki Muttersprachler. Das heißt, dass du dir sicher sein kannst, Russisch von Anfang an richtig zu lernen. Außerdem kannst du dann auch gleich mal etwas über die russische Kultur in Erfahrung bringen. Und das ist sehr hilfreich, wenn man die russische Sprache lernen möchte. Denk nicht mehr länger nach, finde noch heute deinen eigenen Russisch-Lehrer und lerne Russisch. Da wird das Lernen der kyrillischen Schrift zum Kinderspiel.

Falls du mehr über Russland wissen willst, lies unseren Artikel darüber, wie die russische Fahne aussieht.

 

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