Was ist typisch Russisch?
Russisch

Was ist typisch Russisch?

Wenn man an Russland denkt, dann denkt man meistens an Wodka, Bären und Matrjoschka Puppen. Aber die russische Kultur hat viel mehr zu bieten. Zudem sind viele Traditionen, die wir als typisch russisch ansehen, gar nicht so typisch. Wie auch mit anderen Kulturen wird unser Verständnis der Kultur Russlands von Klischees beherrscht. Aber eines ist klar, die russische Kultur ist unglaublich vielfältig und dementsprechend superinteressant. Und wenn du Russisch lernen möchtest, dann ist ein Verständnis der Kultur unbedingt notwendig. Deshalb trennen wir in diesem Artikel Fakten von Mythen. Außerdem erfährst du, wie man Russisch online lernen kann.

Mythen zur Kultur in Russland

Möglicherweise hast du gehört, dass in Russland die Bären frei auf der Straße herumlaufen. Oder vielleicht glaubst du, dass die Russen extrem viel trinken, vor allem Wodka. Das sind nur zwei der Klischees, die wir uns oft über die russische Kultur erzählen. Allerdings sind viele davon falsch. Und wenn man eine Sprache lernen möchte, muss man auch ein Verständnis der Kultur haben. Dabei sind Klischees weniger hilfreich. Denn sie verzerren das Bild einer Kultur und erzeugen so viele Missverständnisse. Deshalb besprechen wir hier die häufigsten Mythen und Vorurteile gegenüber der Kultur der Russen, um sie aus unserem Bewusstsein zu verbannen.

Mythos 1: Die Russen sind große Trinker

Wenn wir an Russen denken, dann ist Wodka oft das erste Wort, das uns in den Sinn kommt. Denn wir nehmen an, dass Russen viel Wodka trinken und deutlich mehr vertragen als Europäer. Zwar ist Wodka ein beliebtes Getränk in Russland, aber tatsächlich trinken die Russen auch nicht mehr Alkohol als zum Beispiel die Deutschen oder Franzosen. Zudem trinken deutlich mehr Russen niemals Alkohol im Vergleich zu Deutschland und Frankreich.

Nun sind die Russen vielleicht keine großen Trinker, aber sie sagen doch „na zdorovie“ zum Anstoßen, oder? Nein, auch das ist nur ein Mythos, der sich durch zahlreiche Filme verbreitet hat. Weil „na zdorovie“ (на здоровье) soviel wie „gern geschehen“ heißt, würde das ja auch keinen Sinn machen. Allerdings gibt es mehrere Trinksprüche, die in Russland verwendet werden. Beispielsweise kann man „Davay!“ (давай) sagen, was auf Deutsch mit „Los gehts“ übersetzt werden kann. Oder man kann auch „Poekhali!“ (поехали) sagen, was so viel wie „Lasst uns loslegen“ heißt. Obendrein sagen sie auch manchmal „Vzdrognem!“ (вздрогнем), was auf Deutsch „Lasst uns schaudern“ bedeutet. Weil einem beim Wodka trinken das Schaudern kommen kann, ist dieser Spruch auch gut verständlich. Also wenn du das nächste Mal mit einem Russen anstoßen willst, weißt du, was du sagen musst.

Mythos 2: In Russland ist es immer kalt

Mythos 2: In Russland ist es immer kalt

Möglicherweise kennst du die typisch russische Fellmütze. Denn ein Vorurteil, das viele Menschen haben, ist, dass es in Russland immer kalt sei. Deshalb, glauben viele Menschen, tragen die Russen immer diese Mütze. Zwar haben große Teile des Landes einen langen und kalten Winter, aber Russland ist ein sehr großes Land. Schließlich erstreckt sich Russland über Europa und Asien. Das heißt, dass in verschiedenen Teilen Russlands ein unterschiedliches Klima herrscht. Dementsprechend gibt es wie in Deutschland vier Jahreszeiten in Russland, denn grundsätzlich hat Russland ein kontinentales Klima. Zudem kann es dort auch extreme Temperaturunterschiede geben. Beispielsweise können es in manchen Landesteilen im Sommer über 45℃ und im Winter bis zu -65℃ in anderen Teilen des Landes werden.

Also tragen zwar viele Russen die russische Fellmütze, aber das heißt nicht, dass es in Russland immer sehr kalt ist. Deshalb solltest du dich über das vorherrschende Klima informieren, bevor du deinen Koffer für deinen nächsten Russlandurlaub packst. Dann steht einem spannenden und interessanten Aufenthalt nichts mehr im Weg.

Mythos 3: Die Menschen in Russland sind unfreundlich

Weil in Russland eine andere Kultur herrscht, haben viele Menschen das Vorurteil, dass die Russen unfreundlich seien. Natürlich gibt es genauso auch Vorurteile gegenüber Menschen anderer Kulturen. Beispielsweise glauben die Engländer, dass die Deutschen keinen Humor haben. Und über die Engländer wird gesagt, dass sie sehr zurückhaltend seien. Aber warum glauben viele Menschen, dass die Russen unfreundlich sind?

In der russischen Kultur gilt es als unhöflich, einem Fremden seine Gefühle zu zeigen. Dadurch können die Russen auf den ersten Blick kalt erscheinen. Zudem sind Russen sehr direkt und kommen gleich zum Punkt. Deshalb machen sie auch weniger Small Talk. Für manche Menschen wird das als unfreundlich wahrgenommen. Aber wenn man die Russen erst einmal richtig kennenlernt, bekommt man ein anderes Bild. Denn sie sind freundlich, geduldig und sehr ehrlich. Zudem wird in Russland die Gastfreundschaft großgeschrieben. Also sind die Russen ein sehr herzliches Volk, wenn man sie erst einmal richtig kennt.

Fakten zur russischen Kultur

Nachdem wir jetzt über die Klischees gesprochen haben, schauen wir uns einige Fakten über die Kultur Russlands an. Denn die russische Kultur ist hochinteressant und hat außerdem auch einen großen Einfluss auf andere Kulturen. Viele Traditionen haben sich über die lange und reiche Geschichte Russlands entwickelt.

Aberglaube

Wie auch in anderen Ländern ist der Aberglaube in Russland weit verbreitet. Dabei ist er derartig in den Alltag integriert, dass er ein Teil der russischen Kultur ist. Dementsprechend folgen die Russen vielen Regeln, die von ihrem Aberglauben diktiert werden. Und wenn man Russland besucht, sollte man über diesen Aberglauben Bescheid wissen. Beispielsweise schütteln sich Russen niemals im Türrahmen die Hände. Denn sie glauben, dass dort der Hausgeist lebt. Sich im „Hause“ des Hausgeistes die Hände zu reichen, bringe demnach großes Unglück. Überdies stellen Russen niemals leere Flaschen auf den Boden, denn auch das würde Unglück bringen. Dabei ist es ganz egal, was in der Flasche war, ob nun Wasser, Wodka oder Bier.

Aber sie haben nicht nur Traditionen, die Unglück vermeiden, sondern auch welche, die Glück bringen sollen. Dazu gehört auf Holz zu klopfen oder über die linke Schulter zu spucken. Manchmal machen sie auch beides, um ganz sicherzugehen. Natürlich ist es nicht immer möglich, zu spucken. Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man nicht spucken kann, macht man einfach Spuck-Geräusche.

Tanz, Musik und Ballett

Tanz, Musik und Ballett

Aufgrund der Geschichte Russlands ist Tanz und Musik sehr wichtig für die Russen. Volkslieder und -tänze sind sehr beliebt und werden bei Festen und Veranstaltungen aufgeführt. Mitunter kennst du vielleicht das Volkslied Kalinka, denn es ist auch in Deutschland bekannt. Dabei sind in der Musik und im Tanz in Russland Traditionen aus dem Westen und dem Orient verschmolzen. Obwohl Volkstänze sehr beliebt sind, ist auch das Ballett sehr wichtig in Russland. Das russische Nationalballett gilt als eine der besten Balletttruppen. Außerdem wurden viele der bekanntesten Ballette von Russen geschrieben. Dazu zählt unter anderem Schwanensee, das von Tschaikowski erschaffen wurde.

Aber auch die Literatur spielt in Russland eine große Rolle. Tatsächlich ist die russische Literatur weltberühmt. Vielleicht kennst du ja russische Schriftsteller wie zum Beispiel Puschkin, Tolstoi, Dostojewski oder Gogol. Falls nicht, ist es auf jeden Fall wert, ihre Werke zu lesen.

Väterchen Frost

Zwar sind viele Russen auch Christen, allerdings gehören sie dem orthodoxen Christentum an. Deshalb feiern sie auch Weihnachten, allerdings sieht dieses Fest in Russland anders aus als bei uns. Zunächst wird Weihnachten erst am 7. Januar gefeiert, weil die Russen immer noch den Julianischen Kalender verwenden. Demnach ist der Heilige Abend am 6. Januar, der auf Russisch „Sotschelnik“ heißt. Geschenke gibt es dann am 31. Dezember. Zudem stellen die Russen auch einen Weihnachtsbaum auf und dekorieren ihre Häuser.

Doch wer bringt die Geschenke? In Russland gibt es weder das Christkind noch den Weihnachtsmann. Deshalb bringt Väterchen Frost den russischen Kindern ihre Geschenke. Übrigens heißt er auf Russisch „Ded Moros“. Weil er der Herr des Winters ist, bringt er nicht nur Geschenke, sondern herrscht auch über den Winter. Er ist ein mächtiger Zauberer, der die Flüsse einfriert und Schneestürme durch ganz Russland jagt. Zwar ist es eine völlig andere Figur als der Weihnachtsmann, aber dennoch gibt es Ähnlichkeiten. Denn Väterchen Frost hat einen langen weißen Bart und einen roten Mantel.

Russisch online lernen

Nachdem du jetzt mehr über die Kultur Russlands weißt, möchtest du vielleicht Russisch lernen. Möglicherweise fragst du dich, wie du diese Sprache online lernen kannst. Die Sprachplattform italki bietet dir ein umfangreiches Paket, um Russisch über das Internet zu lernen. Dazu gehört Einzelunterricht, eine App und Zugang zu einer internationalen Lerngemeinschaft.

Durch den Einzelunterricht lernst du die russische Sprache von Anfang an richtig. Zudem kann dein privater Sprachlehrer den Kurs auf deine Bedürfnisse abstimmen. Das heißt, du kannst nach deinem Tempo lernen. Und weil der Unterricht online stattfindet, kannst du bequem von zu Hause lernen. Um das Gelernte zu üben, kannst du die italki-App verwenden. Da hast du mehrere Möglichkeiten, das Gelernte zu verinnerlichen. Darüber hinaus kannst du immer und überall lernen, denn du hast die App ja auf deinem Handy.

Des Weiteren wirst du Teil der italki-Lerngemeinschaft. Da kannst du Gleichgesinnte treffen und mit ihnen gemeinsam üben. Obendrein kannst du auch Muttersprachler kennenlernen und dich an verschiedene Akzente gewöhnen. Da wird das Russisch lernen zum reinen Vergnügen. Und du kannst auch mehr über die russische Kultur erfahren, was dir beim Russisch lernen sehr hilfreich sein wird. Weil auch die Lerngemeinschaft sich online trifft, kannst du Leute aus aller Welt treffen und sogar Freunde fürs Leben kennenlernen. Warte also nicht mehr länger, sondern finde deinen Russisch-Lehrer noch heute und beginne gleich damit, Russisch online zu lernen. Da hast du nicht nur viel Spaß, sondern lernst es auch schnell.